Rochuszirkel Gau-Algesheim 2026 – Weinkultur ist Generationenvertrag

Beim gut besuchten Rochuszirkel im Weingut Gerharz-Hochthurn in Gau-Algesheim versammelten sich rund 80 Weinbrüder und Weinschwestern.

In seiner Begrüßung hob Brudermeister Prof. Dr. Axel Poweleit hervor, dass die Weinbruderschaft in ihrem Engagement für die Weinkultur nicht nachlassen darf und  hier auch zukünftig eine Leitfunktion einnehmen muss. Die Ausrichtung muss zukunftsfähig gestaltet werden. Bei allen Einflüssen muss klar erkennbar bleiben, dass stets der Mensch im Mittelpunkt steht. Das Jahresmotto fasst diesen Anspruch zusammen und versteht die Weinkultur als einen Generationenvertrag, in dem immer wieder Menschen für die Weinkultur zu begeistern sind. Dazu mögen die Mitglieder weiterhin die Verantwortung übernehmen und aktiv dazu beitragen.

Der Stadtbürgermeister und MdL Michael König stellte die Stadt Gau-Algesheim engagiert vor. König betonte die Bedeutung der Förderung von Jung und Alt sowie den lebendigen Gemeinschaftsgeist durch vielfältige Mitmach-Aktivitäten. Er zeigte auf, wie regionales Zusammenspiel und bürgernahe Initiativen die Lebensqualität im Ort stärken können. Ein wichtiges Element sind hierbei die Weinbaubetriebe und Winzer.

In einem sachlich-wissenschaftlichen Teil zog Prof. Dr. Kristian Rett, der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beitrats der DWA, Bilanz zu den Gesundheitsaspekten von Alkohol und Weingenuss. Er stellte dar, dass moderater Weingenuss laut aktuellen, hochwertigen Studien keine signifikanten Gesundheitsrisiken aufweist und bei älteren Altersgruppen sogar potenzielle leichte Vorteile hervorgehen könnten, wobei stets die Gesamtsituation des Lebensstils berücksichtigt werden müsse. Im Vergleich zu hochprozentigen Getränken gilt Wein als viel weniger riskant. Diese Tatsache blendet der öffentliche Diskurs mit seinem Framing jedoch stets aus.

Spannend war seine Darstellung der Ursprünge und Zusammenhänge einseitiger Kampagnen. Es wurde deutlich, dass internationale Netzwerke und nationale Einflussgrößen eine Rolle spielen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer reflektierten Auseinandersetzung mit dem Thema.

Dem Vortrag schloss sich eine lebhafte Fragerunde an, in der nochmals die unterschiedlichen Perspektiven diskutiert wurden. Es folgte das Versprechen, die Kernaussagen des Vortrags zusammenzustellen und unter den Mitgliedern zu verteilen.

Zusammenfassend hob Brudermeister Prof. Dr. Poweleit nochmals die wichtige Rolle der Weinkultur und der Weinbruderschaft auch in diesem Kontext hervor.  Nur sie  ist gewillt und in der Lage, die Thematik ganzheitlich unter wirtschaftlichen, soziologischen, gesellschaftlichen, ökologischen und kulturellen sowie sonstigen Zusammenhängen zu betrachten und zu bewerten. Er erinnerte an die Aussage beim Frühlingsfest: „Wir tragen die Weinkultur in uns.

Kulinarisch gestärkt durch eine Vesper des Weinguts Gerharz-Hochthurn – für seinen exzellenten Service und Gastfreundschaft gelobt – boten Katja Klemmer, die ehemalige Weinprinzessin, und Kellermeisterin Andrea Horst eine Vergleichsprobe Gau-Algesheimer Weine an. Die gezeigten Weine erhielten ausnahmslos positives Echo und stellten die regionale Qualität eindrucksvoll dar. Die Winzer – darunter viele Weinbrüder -, erlangen regelmäßig hohe Auszeichnungen für ihre Weine bei unterschiedlichsten Wettbewerben. Der Abend klang mit dem Cantus aus, der die Veranstaltung musikalisch würdig beendete. Abschließend verwies der Brudermeister auf die nächste Veranstaltung, bei der zum 40. Mal ein Wingertshäuschen prämiert wird, und zwar DER Trullo in Flonheim – ein Symbol von Bedeutung und Identität für Rheinhessen.

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